Manuelle Lymphdrainage Berlin: Wann sie wirklich hilft und was Sie erwartet
Manuelle Lymphdrainage ist eine sanfte, therapeutische Massagetechnik, die den Lymphfluss anregt und Schwellungen abbaut. Sie wird eingesetzt bei Lymphödemen, nach Operationen, bei chronischer venöser Insuffizienz und in der Krebsnachsorge. Die Behandlung ist schmerzfrei und wirkt entstauend, immunstimulierend und entspannend.
Der Arm schwillt nach einer Brust-OP immer weiter an. Die Beine fühlen sich abends schwer und prall an, obwohl man kaum etwas gegessen hat. Ein Ödem nach einer Knieprothese will nach Wochen noch immer nicht zurückgehen. In all diesen Situationen kann Manuelle Lymphdrainage (MLD) helfen, wenn sie gezielt eingesetzt wird. Im PhysioLoft Berlin in Tiergarten-Mitte ist MLD ein fester Bestandteil unseres Leistungsangebots, sowohl auf Kassenrezept als auch ohne Verordnung.
Dieser Artikel erklärt, was bei einer MLD-Behandlung passiert, bei welchen Erkrankungen sie angezeigt ist, wie eine Sitzung abläuft und was sie kostet.
Was passiert bei Manueller Lymphdrainage?
Das Lymphsystem ist das stille Transportsystem des Körpers. Es leitet überschüssige Gewebsflüssigkeit, Stoffwechselprodukte und Immunzellen ab. Wenn dieses System gestört ist, weil Lymphknoten entfernt wurden, Gefäße beschädigt sind oder der Abtransport durch eine Erkrankung verlangsamt wird, entstehen Ödeme.
Manuelle Lymphdrainage setzt hier mechanisch an. Die Therapeutin oder der Therapeut arbeitet mit gleichmäßigen, kreisenden Griffen, die die Haut verschieben, ohne tief ins Gewebe einzudringen. Ziel ist es, die Peristaltik der Lymphgefäße anzuregen und Gewebsflüssigkeit in Richtung der funktionierenden Lymphknoten zu lenken.
Wichtig: MLD ist keine klassische Massage. Druck und Intensität sind deutlich geringer. Zu feste Griffe würden die feinen Lymphkapillaren eher komprimieren als aktivieren und die Behandlung wirkungslos machen.
Bei welchen Erkrankungen ist MLD sinnvoll?
Manuelle Lymphdrainage ist für ein breites Spektrum an Erkrankungen und Beschwerden angezeigt. Die häufigsten Indikationen:
- Primäres Lymphödem: Angeborene Fehlanlage der Lymphgefäße, oft ab der Pubertät oder im mittleren Lebensalter symptomatisch
- Sekundäres Lymphödem: Entsteht durch Schädigung von Lymphknoten oder Lymphbahnen, klassischerweise nach onkologischen Operationen mit Lymphknotenentfernung bei Brust-, Prostata- oder Gebärmutterkrebs
- Postoperative Schwellungen nach Knie-, Hüft-, Schulter- oder Fußoperationen
- Sportverletzungen mit ausgeprägtem Hämatom und Gewebeschwellung
- Chronische venöse Insuffizienz und Bein- oder Fußödeme
- Lipödem, als Teil eines multimodalen Behandlungskonzepts
- Narbenbehandlung und Faszienverklebungen nach Operationen oder Verletzungen
Es gibt auch Gegenanzeigen: Akute Entzündungen, Herzinsuffizienz (je nach Schweregrad), aktive maligne Erkrankungen im Bereich und tiefe Venenthrombosen sind Kontraindikationen, die vor der Behandlung ausgeschlossen werden müssen. Ein ärztliches Rezept stellt sicher, dass diese Prüfung erfolgt.
Wie läuft eine MLD-Sitzung ab?
Vor der ersten Behandlung findet eine kurze Befundaufnahme statt. Wir erfragen die Ursache der Schwellung, bisherige Behandlungen, Vorerkrankungen und aktuelle Medikamente. Das dauert in der Regel zehn Minuten.
Die eigentliche Behandlung beginnt meist nicht am Ödem selbst, sondern im Halsbereich. Dort liegen die zentralen Lymphkollektoren, die zuerst aktiviert werden, damit das System aufnahmefähig ist. Danach arbeitet die Therapeutin oder der Therapeut systematisch in Richtung des Problembereichs.
Typische Behandlungsdauer: 30 Minuten bei kleineren Ödemen, 45 Minuten bei ausgedehnten Befunden. Verordnet werden im Regelfall 6 bis 12 Einheiten.
Im Rahmen einer Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie (KPE) wird MLD mit weiteren Maßnahmen kombiniert: Kompressionsverbände oder Kompressionsstrümpfe stabilisieren den Entstauungserfolg, Hautpflege beugt Infektionen vor, und gezielte Entstauungsgymnastik unterstützt den Lymphfluss zwischen den Sitzungen.
MLD und Krebsnachsorge: Ein wichtiges Thema
Sekundäre Lymphödeme nach Krebsoperationen gehören zu den häufigsten und belastendsten Langzeitfolgen. Allein nach Brustkrebs entwickeln Studien zufolge 15 bis 40 Prozent der operierten Patientinnen im weiteren Verlauf ein Armödem. Früh begonnene MLD kann die Entwicklung eines manifesten Lymphödems verzögern oder abmildern.
Im PhysioLoft Berlin behandeln wir onkologische Patientinnen und Patienten mit besonderer Sorgfalt. Die Behandlung ist sanft, wird an den aktuellen Allgemeinzustand angepasst und kann mit anderen therapeutischen Maßnahmen kombiniert werden.
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Kosten und Kassenleistung
Mit ärztlicher Verordnung übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten für Manuelle Lymphdrainage als Heilmittel. Die Verordnung erfolgt über HM-Formulare mit der Heilmittelpositionsnummer für MLD. Privatpatienten rechnen über ihre Versicherung ab.
Wer ohne Rezept starten möchte, kann das über unser Medical Treatment tun. Für reine MLD-Einheiten empfehlen wir jedoch in der Regel eine ärztliche Abklärung, damit Kontraindikationen ausgeschlossen sind.
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Häufig gestellte Fragen zur Manuellen Lymphdrainage
Wie viele MLD-Einheiten brauche ich nach einer Knie-OP?
Das hängt vom Schwellungsgrad ab. Üblich sind 6 bis 10 Einheiten in den ersten Wochen nach der Operation, in Kombination mit Kompressionsversorgung.
Übernimmt die gesetzliche Krankenkasse die Kosten?
Ja, bei ärztlicher Verordnung. Die Verordnung muss als Heilmittel ausgestellt sein und die Diagnose muss eine anerkannte MLD-Indikation aufweisen.
Tut Manuelle Lymphdrainage weh?
Nein. Die Griffe sind sehr sanft und oberflächlich. Viele Patientinnen und Patienten empfinden die Behandlung als angenehm entspannend.
Wann darf nach einer OP mit MLD begonnen werden?
Sobald die Wunde ausreichend verschlossen ist, meist ab der zweiten postoperativen Woche. Ihr Arzt gibt die Freigabe.
Kann MLD auch bei Lipödem eingesetzt werden?
Ja. MLD ist ein zentraler Bestandteil der konservativen Lipödemtherapie, wirkt schmerzlindernd und entstauend. Sie ersetzt jedoch keine operative Therapie, wenn diese indiziert ist.
Quelle: Gesellschaft Deutschsprachiger Lymphologen (GDL) – www.g-d-l.de







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